Heimatverein Burgsteinfurt e.V. 


Blaudruckwerkstatt Steinfurt

 

oder: wie kam diese Werkstatt in unsere Kreisstadt?

 

 

Seite  1  2  3  4  5 

 

Öffnungszeiten der Blaudruckwerkstatt in Burgsteinfurt:

 

Dienstag und Freitag von 09:30 Uhr - 12 Uhr und am 1. Samstag im Monat von 09:30 Uhr - 12:30 Uhr

 

Sondertermine können unter 0175-8362204 vereinbart werden

 

 

Bild 1 - Ein Ausflug in die Geschichte

Wenden wir uns zunächst mal der Burgsteinfurter Geschichte zu. Der Blaudruck hatte in unserem Städtchen schon immer eine Tradition, aber durch die fortschreitende Industrialisierung, neue Techniken und Entwicklung neuer Stoffarten war es eines Tages zwangsläufig soweit: die letzte Blaudruckerei in "Stemmert" schloss für immer seine Tore.

 

Salopp gesagt ging damit auch fast das gesamte Wissen über diese Technik den Bach runter und nur noch ganz wenige kleine Betriebe in Deutschland widmeten sich weiterhin der Schönfärberei. Damit einher ging auch der Berufszweig der Formenstecher verloren, denn wer benötigte jetzt noch diese wunderschönen handgefertigten Druckstöcke, "Stempel", in Fachkreisen Modeln genannt.

 

Allerdings findet man ganz vereinzelt auch heute noch kleine spezialisierte Blaudruckereien, die zum Teil mit jahrhundertealten Modeln diese Techniken weiter lebendig und somit unserer Nachwelt erhalten.

 

Bild 2a - Die letzte Burgsteinfurter Blaudruckerei

am Neuen Wall vor etwa 100 Jahren, ...

Bild 2b - im Vordergrund die Schlossmühle

Bilder durch Anklicken vergrößerbar         

 

So eine kleine Blaudruckerwerkstatt war bislang auch in Aulendorf in der Nähe von Billerbeck zu finden. Hier betrieb seit Ende der 60er Jahre Rose Müllers, eine im Münsterland und weit darüber hinaus bekannte Blaudruckerin, ihr Metier. Sie entschloss sich aber im letzten Jahr, aus Altersgründen ihre komplette Werkstatt zum Verkauf anzubieten, aber "nur in gute Hände!". Sie hoffte, dass die Blaudruckerei weiter betrieben und auf gar keinen Fall in Einzelteilen weiterverkauft würde.

 

Die Vorsitzende des Kunstvereins in Steinfurt, Siglinde Waterkamp, erfuhr von dieser Absicht und sah darin eine einmalige Chance für Steinfurt, diese Druckerei als Zeugnis der Textilgeschichte bewahren zu können und sie nach Steinfurt zu holen. Sie warb rastlos für ihre Idee, suchte potentielle Geldgeber - denn eine voll funktionsfähige und ausgestattete Werkstatt kostet nun mal einiges - und träumte davon, diese Blaudruckerei mit Freunden wieder aufzubauen und sich mit dieser kunsthandwerklichen, bereits vergessenen Tradition auseinander zu setzen.

 

Außerdem hatte sich Rose Müllers bereit erklärt, ihre gesamten Erfahrungen zur Verfügung zu stellen für den Fall, dass die Werkstatt weiter betrieben wird. Frau Müllers studierte übrigens Textilkunst- und Textildesign an der FH Krefeld, unterrichtete an der FH Münster Studenten in dieser alten Kunst und ist Verfasserin eines sehr aufschlussreichen Buches über das Blaudruck-Handwerk.

 

Sieglinde Waterkamp konnte für ihr Vorhaben den Burgsteinfurter Heimatverein gewinnen, fand Sponsoren, viele Heimatfreunde, die ihr halfen und von denen auch einige in die Tasche griffen, und letztendlich gelang es allen gemeinsam, einer Menge weiterer Kaufinteressenten zum Trotz, die Blaudruckwerkstatt von Rose Müllers nach Steinfurt zu holen.

 

Wie das gelang und welches Engagement dahinter steckte, können Sie in den nachfolgenden Artikeln aus unserer Tagespresse nachlesen.

 

Bild 3 - Artikel in der Münsterschen Zeitung am 13. Januar 2006

Schnell fand man auch ein vorläufiges Domizil für die Werkstatt.

Bild 4 - Das berichtete das Steinfurter Kreisblatt am 24. März 2006

In der Zwischenzeit fand sich auch ein Team zusammen, das die Werkstatt bewirtschaftet, sich zu diesem Zweck ausbilden lässt und später auch vielleicht Ausstellungen organisiert.

Federführend wird die Blaudruckerei geleitet von Annette Rehaag, einer studierten Chemikerin und Textilgestalterin. Sie wird sich bald ganz der alten Tradition widmen.

Ihr zur Seite stehen Annelie Elfers, Elisabeth Lindhof und Elisabeth Wrobel, die natürlich auch alle vom Ehrgeiz gepackt sind, ihre handwerklichen Fähigkeiten zu verbessern und ihre Kunst zu perfektionieren. "Dieses alte Verfahren darf einfach nicht verloren gehen!"

Die beiden Schaufenster sind liebevoll arrangiert, und neben der Eingangstür ist eindeutig zu erkennen, dass das Haus Kirchstraße Nr. 4 nun eine Blaudruckerei des Heimatvereins beherbergt.

Bild 5 - Ist nicht gestempelt, sondern handgemalt

 

Bild 6 - Am 01. Juni 2006 meldete die Münstersche Zeitung den fast vollendeten Umzug

 


Soweit zur Vorgeschichte unserer Druckerei. Wir werden uns nun mal ein wenig in der Werkstatt umsehen. Falls Sie auch daran interessiert sind, klicken Sie einfach hier!

Seite  1  2  3  4  5 


Text: Willi Tebben

Zeitungsartikel:

Bild 1: Münstersche Zeitung 13.01.2006; Text und vergrößerbare Repro: Günter Hilgemann

Bild 2a und 2b: Münstersche Zeitung 13.01.2006; Bilder vergrößerbar, Repro: Günter Hilgemann

Bild 3: Münstersche Zeitung 13.01.2006; Text Günter Hilgemann

Bild 4: Steinfurter Kreisblatt 24.03.2006; Text und Foto: Hans Lüttmann

Bild 6:Münstersche Zeitung 01.06.2006; Text und Foto: Ralf Heimann

Foto: Willi Tebben (Bild 5)

 

Startseite

Impressum

Statistik