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Bild 1 - Ein Ausflug in die Geschichte |
Wenden wir uns zunächst mal der
Burgsteinfurter Geschichte zu. Der Blaudruck hatte in unserem Städtchen
schon immer eine Tradition, aber durch die fortschreitende
Industrialisierung, neue Techniken und Entwicklung neuer Stoffarten war
es eines Tages zwangsläufig soweit: die letzte Blaudruckerei in "Stemmert"
schloss für immer seine Tore.
Salopp gesagt ging damit auch fast das
gesamte Wissen über diese Technik den Bach runter und nur noch ganz
wenige kleine Betriebe in Deutschland widmeten sich weiterhin der
Schönfärberei. Damit einher ging auch der Berufszweig der Formenstecher
verloren, denn wer benötigte jetzt noch diese wunderschönen
handgefertigten Druckstöcke, "Stempel", in Fachkreisen Modeln genannt.
Allerdings
findet man ganz vereinzelt auch heute noch kleine spezialisierte
Blaudruckereien, die zum Teil mit jahrhundertealten Modeln diese
Techniken weiter lebendig und somit unserer Nachwelt erhalten.

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Bild 2a
- Die letzte Burgsteinfurter Blaudruckerei
am
Neuen Wall vor etwa 100 Jahren, ... |
Bild 2b
- im Vordergrund die Schlossmühle
Bilder durch Anklicken vergrößerbar
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So eine kleine Blaudruckerwerkstatt war bislang auch in
Aulendorf in der Nähe von Billerbeck zu finden. Hier betrieb seit Ende
der 60er Jahre Rose Müllers, eine im Münsterland und weit darüber hinaus
bekannte Blaudruckerin, ihr Metier. Sie entschloss sich aber im letzten
Jahr, aus Altersgründen ihre komplette Werkstatt zum Verkauf anzubieten,
aber "nur in gute Hände!". Sie hoffte, dass die Blaudruckerei weiter
betrieben und auf gar keinen Fall in Einzelteilen weiterverkauft würde.
Die Vorsitzende des Kunstvereins in Steinfurt, Siglinde Waterkamp, erfuhr
von dieser Absicht und sah darin eine einmalige Chance für Steinfurt, diese
Druckerei als Zeugnis der Textilgeschichte bewahren zu können und sie
nach Steinfurt zu holen. Sie warb rastlos für ihre Idee, suchte
potentielle Geldgeber - denn eine voll funktionsfähige und ausgestattete
Werkstatt kostet nun mal einiges - und träumte davon, diese
Blaudruckerei mit Freunden wieder aufzubauen und sich mit dieser
kunsthandwerklichen, bereits vergessenen Tradition auseinander zu
setzen.
Außerdem hatte sich Rose Müllers bereit erklärt, ihre gesamten
Erfahrungen zur Verfügung zu stellen für den Fall, dass die Werkstatt
weiter betrieben wird. Frau Müllers studierte übrigens Textilkunst- und
Textildesign an der FH Krefeld, unterrichtete an der FH Münster
Studenten in dieser alten Kunst und
ist Verfasserin eines sehr aufschlussreichen Buches über das
Blaudruck-Handwerk.
Sieglinde Waterkamp konnte für ihr Vorhaben den
Burgsteinfurter Heimatverein gewinnen, fand Sponsoren, viele
Heimatfreunde,
die ihr halfen und von denen auch einige in die Tasche griffen, und letztendlich gelang es allen gemeinsam, einer Menge
weiterer Kaufinteressenten zum Trotz, die Blaudruckwerkstatt von Rose
Müllers nach Steinfurt zu holen.
Wie das gelang und welches Engagement dahinter steckte,
können Sie in den nachfolgenden Artikeln aus unserer Tagespresse
nachlesen.
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