Heimatverein Burgsteinfurt e.V. 

 

Die Blaudruckwerkstatt

 

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Öffnungszeiten der Blaudruckwerkstatt in Burgsteinfurt:

 

Dienstag und Freitag von 09:30 Uhr - 12 Uhr und am 1. Samstag im Monat von 09:30 Uhr - 12:30 Uhr

 

Sondertermine können unter 0175-8362204 vereinbart werden

 

Blaudruck
 

Blaudruck ist eine Reservetechnik, bei der Stoff blau gefärbt ist das Muster weiß erscheint. (s. Bild 1)

In Europa datiert der früheste Fund eines blauen Reservedrucks auf das Jahr 542.

Gefärbt wurde mit Färberwaid, einer heimischen Pflanze. Dieser wurde im 16. und 17.Jahrhundert durch das qualitativ bessere Indigo, ebenfalls ein pflanzlicher Farbstoff verdrängt. (s. Bild 2)

 

Bild 1

Bild 2

Ursprungsland des heutigen Blaudrucks ist Indien, das reich an Baumwolle und Indigo war. Seefahrer aus England und Holland brachten erst bedruckte Stoffe, dann auch den Farbstoff Indigo nach Deutschland.


Der erste Blaudruck wurde in Deutschland 1690 in Augsburg hergestellt. Die Technik verbreitete sich sehr schnell und etwa 30 Jahre später gab es die erste Zunft für das Blau- und Schönfärberhandwerk. Weitere entstanden bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Anfangs wurden nur Leinenstoffe bedruckt, so dass die Blaudruckereien nur in Gegenden zu finden waren, wo Flachs angebaut wurde. Später wurden auch Halbleinen- und Baumwollstoffe bedruckt.


Im 20.Jahrhundert wurde durch die Industrialisierung und den maschinellen Walzendruck das Handwerk in den Hintergrund gedrängt und so gibt es nur noch wenige Blaudruckereien in Deutschland.


Heute wird neben dem Blaudruck vielfach der Direktdruck angeboten, bei dem das Muster farbig erscheint und der Untergrund weiß bleibt. (s. Bild 3)

 

Für beide Techniken verwendet man inzwischen Indanthrenfarbstoffe, die sich durch hohe Licht- und Farbechtheit auszeichnen.

 

Bild 3

 

Bild 4

 

Die Arbeitsabläufe

Auf dem vorbereiteten Stoff wird eine Drucklinie markiert, an der die Piken des Model angesetzt werden. Auf das Druckchassis streicht man die Farbe oder den Papp gleichmäßig auf und nimmt es mit dem Model auf. Dann setzt man den Model auf die Drucklinie auf und klopft mit der Hand oder Faust darauf, damit die Farbe oder der Papp (s. Bild 5) in die Fasern eindringt.

 

 Nach Beendigung der Druckarbeit wird der Stoff getrocknet um dann später fertig gestellt zu werden:


- beim Direktdruck wird zuerst genäht, dann wird der Farbstoff fixiert. Dazu wird eine alkalische Flüssigkeit aufgetragen, die zwischen 10 und 30 Stunden unter Luftabschluss einwirkt. Anschließend wird die Fixierflüssigkeit ausgewaschen, die Textilien werden gekocht, gewaschen , gestärkt und gemangelt.

 

- beim Blaudruck wird zunächst gefärbt, d.h. die Stoffe werden auf den Färbestern oder –reif aufgespannt, (s. Bild 6) der in die vorbereiteten Küpe getaucht wird. (s. Bild 7 und Bild 8) Sowohl die Färbedauer als auch die –temperatur müssen genau eingehalten werden.


Bild 5

Bild 6

Bild 7

Bild 8

Dann werden die Stoffe mehrmals gewaschen, um überschüssige Farbe zu entfernen. (s. Bild 9 und Bild 10)

Bild 9

 

Bild 10

 

Danach muss der Papp in verdünnter Schwefelsäure ausgewaschen werden. (s. Bild 11, 12, 13, 14 und 15)

 

Bild 11

Bild 12

Bild 13

Bild 14

Bild 15

Sofort wird dann mit viel Wasser nachgespült. Nun erscheint das Muster weiß auf blauem Untergrund und der Stoff wird in der Wäscherei gewaschen und gemangelt, um letztendlich genäht zu werden.

 

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Text: Annette Rehaag

Fotos: Willi Tebben