|
Liebe Heimatfreunde,
Ich freue mich, dass wir heute so eine große Resonanz haben,
bedeutet es doch, dass wir bei unserer Themenauswahl richtig
liegen. Besonders begrüße ich die Podiumsmitglieder, die
sich spontan bereit erklärt hatten, sich bei dieser
Veranstaltung mit ihren Fachkenntnissen einzubringen.
Am 10. Juli dieses Jahres hat sich zum 500. mal die Geburt
des Kirchenreformers Johannes Calvin gejährt. Als Martin
Luther seine Thesen an die Wittenberger Schlosskirche
heftete, war Calvin gerade mal 8 Jahre alt. Und doch gilt er
neben Luther als maßgeblicher Reformator.
Mit dieser Veranstaltung wollen wir als Heimatverein auch
darauf hinweisen, dass die Historie unserer Stadt eng mit
der Reformation verbunden ist und spannende Geschichten über
die Glaubenswechsel geschrieben hat.
Wenn man sich mit Calvin beschäftigt, muss man feststellen,
dass er hierzulande weniger bekannt als Luther ist, obwohl
er den weltweiten Protestantismus stark geprägt hat.
Ich kann es letztendlich nicht beurteilen, wie stark der
Einfluss Calvins auf die evangelischen Kirchen und Gemeinden
Westfalen ist. Klar scheint mir allerdings zu sein, dass man
sich mit der Theologie Calvins längst nicht so intensiv
beschäftigt hat, wie mit der Luthers. Und mein Eindruck ist
auch, dass der heutige religiöse Pluralismus dazu geführt
hat, dass der normale evangelische Christ kein klares
Bewusstsein von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten
evangelischen Bekenntnistradition ob lutherisch, reformiert
oder uniert hat und ihm auch die theologischen Unterschiede
im Einzelnen nicht bekannt sind. Für die meisten wird das
nur in der unterschiedlichen Ausstattung der Kirchenräume
mit Bildern und Symbolen und der Ausrichtung auf den
Prediger sichtbar, eventuell noch bei der Mitwirkung des
jeweiligen Presbyteriums.
Ich persönlich bin ganz gespannt, was der heutige Abend
bringt; haben wir doch weder Vorgaben gemacht noch ein
Konzept entwickelt. Daher kommt es in erster Linie auf die
Beteiligten auf dem Podium an, Pastor Wilfried Mahler als
Theologe, Klaus Dieter Schreiber als Historiker und
Studiendirektor a.D. Hermann Krebber als Moderator, die aus
ihrer jeweiligen Sicht die Calvinistische Lehre mit ihren
Auswirkungen auf Inhalte, Kirchenordnungen usw. darstellen
werden.
|