Heimatverein Burgsteinfurt e.V. 

 

Diskussions-Abend anlässlich des 500sten Geburtstags von Johannes Calvin in der Niedermühle

 

Der Heimatverein Burgsteinfurt lädt herzlich dazu ein am Dienstag, den 27. Oktober 2009 um 19 Uhr

 

 

 

 

Diskussionsabend beim Heimatverein.

Am 10. Juli dieses Jahres hat sich zum 500. mal der Geburtstag des Reformators Johannes Calvin (1509-1564) gejährt. Die 1541 von Calvin für Genf erarbeitete neue Kirchenordnung mit ihrer Aufteilung der kirchlichen Ämter zwischen Theologen und Laien sowie sein 1545 erschienener Genfer Katechismus bilden bis heute wichtige Fundamente für die evangelisch reformierte Kirche.


Dieser calvinistisch geprägte Zweig der Reformationsbewegung fand unter dem Grafen Arnold IV auch in Bentheim/Steinfurt Einzug. Durch seine Heirat mit Magdalene von Neuenahr wurde er mit einem der aktivsten calvinistischen Grafenhäuser des Niederrheins und dadurch auch mit dem kurpfälzischen Hof in Heidelberg verwandt. Vor allem die Bibelauslegungen des calvinistischen Predigers Kemener fanden bei dem jungen Paar nachhaltigen Eindruck.


Am 2. Advent 1575 wurde erstmals in der Schlosskapelle zu Steinfurt unter Beisein der Grafenfamilie das Abendmahl nach reformierter Auffassung gefeiert. Allerdings dauerte es noch Jahre, bis auch die Stadtbewohner das reformierte Bekenntnis annahmen.


Da beim Westfälischen Frieden die konfessionellen Dinge, wie man in Dr. Klötzers Vortrag hören konnte, auf den Stand von 1624 zurückgeführt wurden, hat sich an dieser Ausrichtung bis heute nichts geändert; Burgsteinfurt blieb bis heute die reformierte Enklave im katholischen Münsterland.


Aus diesem Grunde hat der Heimatverein den 500. Geburtstag Calvins zum Anlass genommen, eine Diskussionsveranstaltung über die Bedeutung Calvins für die reformierte Kirche, unter der Beteiligung des Theologen Wilfried Mahler und des Historikers Klaus Schreibers, auszurichten. Die Moderation hat dankenswerterweise Hermann Krebber, der beim Gymnasium evangelische Religion gegeben hat, übernommen.


Die Veranstaltung findet am kommenden Dienstag (27.10.09) um 19 Uhr in der Niedermühle statt. Ein Eintritt wird nicht erhoben.

Auch Nichtmitglieder sind willkommen.
 

 

Liebe Heimatfreunde,

Ich freue mich, dass wir heute so eine große Resonanz haben, bedeutet es doch, dass wir bei unserer Themenauswahl richtig liegen. Besonders begrüße ich die Podiumsmitglieder, die sich spontan bereit erklärt hatten, sich bei dieser Veranstaltung mit ihren Fachkenntnissen einzubringen.

Am 10. Juli dieses Jahres hat sich zum 500. mal die Geburt des Kirchenreformers Johannes Calvin gejährt. Als Martin Luther seine Thesen an die Wittenberger Schlosskirche heftete, war Calvin gerade mal 8 Jahre alt. Und doch gilt er neben Luther als maßgeblicher Reformator.


Mit dieser Veranstaltung wollen wir als Heimatverein auch darauf hinweisen, dass die Historie unserer Stadt eng mit der Reformation verbunden ist und spannende Geschichten über die Glaubenswechsel geschrieben hat.


Wenn man sich mit Calvin beschäftigt, muss man feststellen, dass er hierzulande weniger bekannt als Luther ist, obwohl er den weltweiten Protestantismus stark geprägt hat.

 

Ich kann es letztendlich nicht beurteilen, wie stark der Einfluss Calvins auf die evangelischen Kirchen und Gemeinden Westfalen ist. Klar scheint mir allerdings zu sein, dass man sich mit der Theologie Calvins längst nicht so intensiv beschäftigt hat, wie mit der Luthers. Und mein Eindruck ist auch, dass der heutige religiöse Pluralismus dazu geführt hat, dass der normale evangelische Christ kein klares Bewusstsein von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten evangelischen Bekenntnistradition ob lutherisch, reformiert oder uniert hat und ihm auch die theologischen Unterschiede im Einzelnen nicht bekannt sind. Für die meisten wird das nur in der unterschiedlichen Ausstattung der Kirchenräume mit Bildern und Symbolen und der Ausrichtung auf den Prediger sichtbar, eventuell noch bei der Mitwirkung des jeweiligen Presbyteriums.


Ich persönlich bin ganz gespannt, was der heutige Abend bringt; haben wir doch weder Vorgaben gemacht noch ein Konzept entwickelt. Daher kommt es in erster Linie auf die Beteiligten auf dem Podium an, Pastor Wilfried Mahler als Theologe, Klaus Dieter Schreiber als Historiker und Studiendirektor a.D. Hermann Krebber als Moderator, die aus ihrer jeweiligen Sicht die Calvinistische Lehre mit ihren Auswirkungen auf Inhalte, Kirchenordnungen usw. darstellen werden.
 

 
 

Text: Gottfried Bercks