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Auszug aus:
Burgsteinfurt – Eine Reise durch die
Geschichte – 650 Jahre Stadtrechte
1347-1997
Herausgegeben vom Heimatverein
Burgsteinfurt
Zusammenbruch und Wiederaufbau
Ein Tagebuch aus den Jahren 1945-1948
von Heinrich Naber
Nach den schweren Luftangriffen am 17.
und 22. März 1945 galt es zunächst, sich
der Vielzahl der obdachlos gewordenen
Bewohner Burgsteinfurts anzunehmen, sie
unterzubringen und sie mit dem
Notwendigsten zu versorgen. Jeder, der
noch ein Dach über dem Kopfe hatte, nahm
sich seines Mitmenschen an. Rührend war
die Aufnahmewilligkeit auch in den
Kreisen unserer Landbevölkerung. Es gab
fast keinen Bauernhof, der nicht
Obdachlose oder Einwohner aufgenommen
hatte, die aus begreiflicher Angst ihr
Heim in der Stadt in der Nähe
gefährdeter Objekte mit einer
Notunterkunft draußen zu tauschen
suchten. Eine Sammelunterkunft war in
der Schule Hollich eingerichtet. Jeder
bangte um den anderen, um seine Habe,
brachte das mühsam aus den Trümmern
Geborgene in Sicherheit in der Annahme,
die Luftangriffe könnten sich
wiederholen und das Letzte noch verloren
gehen. Gott sei Dank blieben sie aus.
Indes aber rückte die Front täglich
näher. Der Rhein war inzwischen
überschritten. Die feindlichen
Truppenverbände waren im Vormarsch, der
nicht mehr aufzuhalten war. Zum letzten
Male noch wurde am Palmsonntag 1945 der
wohl schwerste Angriff auf Münster
geflogen. Und dann ging es im Eiltempo
dem Ende zu. In völliger Auflösung
befindliche deutsche Truppenverbände
waren auf dem Rückzug, versuchten hier
oder dort den Feind noch aufzuhalten.
Ernsthaften Widerstand zu leisten aber
wäre ihnen, die sie ohne jeden Nachschub
blieben, bei der Übermacht des Feindes
unmöglich gewesen und hätte nur
Verderben bedeutet. Daran vermochten
auch die ständig aufs Neue von den
damaligen Machthabern ergangenen Parolen
zum Durchhalten und die Ankündigung des
Einsatzes von Wunderwaffen, die nicht
existierten, sowie die Befehle einzelner
Heißsporne, nichts zu ändern.
Trostlose und erbarmungswürdige
Gestalten zogen in den letzten Märztagen
des Weges, ausgehungert, in abgerissenen
Uniformen und kaum noch fähig, sich zu
wehren. Sinnlos wären auch die Versuche
gewesen, etwa durch Panzersperren an den
Stadteingängen den Vormarsch des Feindes
aufhalten zu wollen. Wie große
Mahlsteine muteten die angefahrenen
Betonklötze an, mit denen man glaubte,
die Straßen versperren zu können.
Allenfalls wäre durch solche Sperren der
Vormarsch vielleicht um Minuten oder gar
Stunden aufgehalten worden, zugleich
aber neues Leid über die Bewohner
hereingebrochen, die ohnehin ihrem
Schicksal überlassen waren.
Am Abend des 31. März 1945 bereits waren
die Feindtruppen bis rings um
Burgsteinfurt vorgedrungen. Die
Parteispitzen hatten sich inzwischen
abgesetzt. Beherzte Männer, u.a.
Bürgermeister Dr. Schumann,
Kreissyndikus Dr. Wientgen, kamen
überein, dem Feinde keinen Widerstand zu
bieten, die Straßen auch nicht durch die
Mahlsteine zu versperren, sondern die
weiße Fahne zu hissen und sich dem Feind
zu ergeben, möge kommen, was da wolle.
Ihre Sorge war nur die, es möge weiteres
Blutvergießen und weitere Zerstörungen
vermieden werden, denn letztlich wären
doch nur Greise, Frauen und Kinder die
Betroffenen gewesen. Sie haben auch in
letzter Minute verhindert, dass Bürger
der Stadt, über die die Gestapo schon
verfügt hatte, noch in Haft genommen
wurden.
So vollzog sich ungehindert in der Frühe
des Karsamstag (1. April) der Ein- und
Durchmarsch der feindlichen
Truppenverbände, ihnen voraus
amerikanische Panzereinheiten, die teils
mit Schwarzen besetzt waren, die
Maschinenpistole im Anschlag haltend.
Sie durchfuhren, hauptsächlich aus
Richtung Horstmar kommend, in rascher
Folge die Stadt, gingen teils draußen in
Stellung oder richteten an bestimmten
Stellen in der Stadt und am Stadtrande
Maschinengewehrnester ein.
Die öffentlichen Gebäude wurden mit
Beschlag belegt. Eine eigens dafür
bestimmte Truppeneinheit richtete die
britische Militärregierung (Military
Government O.C. 314 det.) ein und
übernahm die Ortsgewalt. Sogleich wurde
über die Stadt eine Ausgangssperre
verhängt, zunächst von 12 Uhr am
Karsamstag bis 13 Uhr am Ostersonntag.
Auch weiterhin gab es Sperrzeiten (von
19 bis 7 Uhr), in denen die Bewohner
ihre Häuser nicht verlassen durften,
wollten sie nicht Gefahr laufen, von den
Besatzungstruppen angeschossen zu
werden.
Ein kleines Widerstandsnest von
Angehörigen der Waffen-SS (wohl aus
Holland kommend) hatte sich in den
späten Abendstunden des Karsamstag auf
dem Seller Esch festgesetzt. Es beschoss
von dort am frühen Ostermorgen – man
möchte sagen, wahl- und ziellos –
feindliche Einheiten, die auf dem
Bagno-Sportplatz lagen. Schon nach
kurzer Zeit hatte die Schießerei ein
Ende.
Am Ostersonntag hatte General Montgomery
in der Hollicher Schule sein Quartier
aufgeschlagen und gab von hier seine
Befehle. Über Nacht hatte sich im
Gebäude der Kreisverwaltung die
Militärregierung etabliert. Die
Dienstwohnung des Landrats an der
Lindenstraße (heute: Ochtruper Straße)
war zur Unterkunft für die Offiziere der
Militärregierung geworden, ebenso auch
die Villa Rotmann (an der Stelle der
heutigen Tankstelle). Im Schloss hatte
sich ein britischer Brigadier mit seinem
Stabe niedergelassen. Die Familie des
Fürsten musste im Rentamt an der
Burgstraße Wohnung nehmen.
Die Tätigkeit der Kreisverwaltung (den
Engländern fremd) war zunächst
unterbunden. Die Stadtverwaltung hatte
auf Geheiß und unter Aufsicht der
Militärregierung weiter den Dienst zu
verrichten.
Die Militärregierung begnügte sich nicht
mit den öffentlichen Gebäuden und den
Schulen. Sie belegte auch weitgehend
Privathäuser mit Truppen (in den ersten
Monaten waren es 170 Häuser mit 250
Wohnungen) und requirierten dazu das
notwendige Mobiliar. Dass mit Häusern
und Mobiliar nicht gerade pfleglich
verfahren wurde, sei nur am Rande
vermerkt. Was Bomben nicht zerstört
hatten, wurde auf diese Weise zugrunde
gerichtet.
Gleich am ersten Tage der Besatzung
begann die Durchsuchung der Häuser nach
Waffen. Häuser, deren Bewohner aus der
Evakuierung noch nicht zurück oder die
verschlossen waren, wurden aufgebrochen
und durchsucht. Vieles was den Truppen
brauchbar erschien, wurde von ihnen oder
von plünderndem Gesindel mitgenommen.
Wenn der Krieg mit seinen Schrecken mit
dem Tage der Besatzung für Burgsteinfurt
auch zu Ende war, so richteten in den
nächsten Wochen Scharen von plündernden
Fremdarbeitern (hauptsächlich Polen) und
herumziehendes Gesindel vornehmlich
unter der Landbevölkerung neue
Schreckenstaten an. Es verging fast
keine Nacht, wo nicht irgendwo
geplündert oder aus Rachsucht zerstört
worden wäre. Die zur Verstärkung der
örtlichen Polizei eingesetzten
Hilfspolizisten waren – weil ohne Waffen
– machtlos. Die Militärregierung hierauf
hingewiesen, sah solange tatenlos zu,
bis es ihr doch zu bunt wurde.
Denunziationen von lieben Mitmenschen
bei der Militärregierung rissen in den
ersten Tagen und Wochen nicht ab.
Vielfach entsprachen sie persönlicher
Gehässigkeit oder Rachsucht. Die Feder
sträubt sich, darüber zu berichten. Wie
oft war man genötigt, sich unwissend
oder schützend, ungeachtet der eigenen
Gefahr, vor einzelne Bürger zu stellen.
Die Beamten des Secret Service zeigten
sich wenig angetan ob solchen Tuns.
In den ersten Wochen der Besatzung hatte
jeder mit sich zu tun. Trümmer wurden
geräumt und aus ihnen noch die letzten
Habseligkeiten geborgen. Die
Militärregierung befahl deutsche
Arbeiter zur Trümmerbeseitigung. Vieles,
das noch gut hätte bleiben können, wurde
niedergerissen. Vorzugsweise wurden mit
den Trümmermassen Wege ausgebessert oder
befahrbar gemacht; auch dienten sie der
Befestigung eines Notlandeplatzes. Viele
fleißige Hände gaben sich daran, noch
brauchbare Ziegelsteine auszulesen und
zu putzen, alte Leitungen auszubauen,
Schäden an ihren Häusern auszubessern
oder diese wieder aufzubauen, denn
Baumaterial war regulär kaum zu
beschaffen. Alle Vorräte hatte die
Militärregierung beschlagnahmt und
teilte sie nur auf Antrag zu. Doch
gelang es so, 1945/46/47 angeschlagene
Häuser wieder bewohnbar zu machen.
Am 30. April 1945 gab es
Kommandantenwechsel. Der bisherige
Kommandant, ein sehr ordentlicher Mann,
der der kämpfenden Truppe angehörte,
wurde durch Major Fulton (früher
Polizeioffizier in Indien), der weitaus
weniger bequem war, ersetzt. Unter
seiner Ortsgewalt ging die Beschlagnahme
von Häusern und Gebäuden für die
Besatzungstruppe sowie die Requirierung
von Einrichtungsgegenständen weiter.
Noch April 1946 waren 124 Häuser und
Gebäude von der Besatzung in Anspruch
genommen. Ihre 585 Bewohner waren von
der Stadt unterzubringen; dies hatte zur
Folge, dass, wer noch ein Dach über dem
Kopfe hatte, sich weiter einzuschränken
hatte. Am längsten, nämlich bis Juni
1952, waren das Haus Kemper an der
Laugemannstiege und ein Teil der
Kreisverwaltung beschlagnahmt.
Besondere Strafmaßnahmen wurden über die
Stadt verhängt, als einem Mitte Mai 1945
angeordneten Kinobesuch (KZ-Film
Bergen-Belsen) nach Meinung des
Kommandanten nicht genügend gefolgt
worden war. Neben dem Ausgehverbot nach
17 Uhr wurde eine geschlossene
Hinführung der Bewohner ab dem Bahnhof
zum Kino unter Vorantritt des
Bürgermeisters, begleitet von
bewaffneten Soldaten, befohlen. Diese
Aktion brachte Burgsteinfurt den Ruf
eines Nazi-Dorfes, wie in englischen
Illustrierten zu lesen war, ein.
Ende Juni 1945 setzte eine allgemeine
Verhaftungswelle ein. Männer und Frauen,
die irgendwie mit dem Nazismus zu tun
hatten, wurden über Nacht ohne Kenntnis
der örtlichen Behörde interniert und in
Umerziehungslager (wie die Engländer sie
nannten) gebracht. Den meisten von ihnen
ist der Grund der Inhaftnahme nie
bekannt geworden. Wenig später setzte
die Entnazifizierung zunächst durch eine
Dienststelle der Militärregierung,
später fortgesetzt durch deutsche
Dienststellen, ein.
Erträglicher wurde die Besatzung unter
dem Kommandanten Colonel Lindesay, einem
Schotten, der Ende Juli 1945 nach hier
kam. Er half, so gut er konnte. Mit dem
Einzug der Besatzung war zunächst alles
kommunale Leben lahmgelegt, die
bestehenden Gesetze und Verordnungen
mehr oder weniger außer Kraft gesetzt.
Es erging die Militärverordnung Nr. 1.
Darin setzte die Militärregierung teils
neues Recht und bestimmte, inwieweit das
bestehende Recht noch anzuwenden war.
Pfingsten 1945 durfte die
Kreisverwaltung ihre Tätigkeit wieder
aufnehmen. Der Stadtverwaltung, die von
Anfang an weiter arbeiten durfte, war
von der Militärregierung sogleich ein
Arbeitsamt angegliedert worden, das für
die Zuweisung der benötigten
Arbeitskräfte und für ihre Entlohnung zu
sorgen hatte.
Ungeregelt war zunächst die finanzielle
Situation. Allwöchentlich musste die
Stadt einen Haushaltsplan aufstellen und
der Militärregierung vorlegen. Sie gab
darauf die Mittel frei, damit es möglich
wurde, u.a. den Hilfsbedürftigen, den
Rentnern, den Kriegsbeschädigten und
Hinterbliebenen und den Familien, deren
Ernährer noch nicht zurück waren, die
Unterstützungsgelder zu zahlen. Nicht
minder schwierig gestaltete sich die
Versorgung der Bevölkerung mit den
lebensnotwendigen Gütern, die nur auf
Karten und Scheine zu beziehen waren.
Ein Stadtparlament bestand zunächst
nicht. Der Verwaltungsleiter, der in der
ersten Zeit täglich zum Befehlsempfang
beim Kommandanten anzutreten hatte, war
auf Personen, die er mit Einverständnis
der Militärregierung zur Mitberatung
gebeten und die sich ihm zur Verfügung
gestellt hatten, angewiesen. Sie
konstituierten sich am 14. April 1945
bereits zu einem Beirat. Aus seiner
Mitte wurde am 2. Mai 1945 ein kleiner
Arbeitsausschuss, vergleichbar etwa mit
dem heutigen Hauptausschuss, gebildet.
Er erörterte allwöchentlich die
Verwaltungs- und sonstige, die
Allgemeinheit angehende,
Angelegenheiten. Er wurde im März 1946
durch einen 11 Mitglieder starken, von
der Militärregierung ernannten Beirat,
ersetzt. Er tagte alle zwei Wochen und
bildete schon in seiner zweiten Sitzung
Ausschüsse, wie sie noch heute bestehen.
Auf Grund der im April 1946 von der
Militärregierung erlassenen revidierten
deutschen Gemeindeordnung (bis dahin
galt die von der Militärregierung
inspirierte und Anfang 1946 vom Beirat
beschlossene Gemeindeverfassung) fanden
am 15. September 1946 erstmals wieder
Wahlen zum Stadtparlament statt. Die
gewählten 21 Mitglieder wurden am 25.
September 1946 durch den Kommandanten
eingeführt und vereidigt. Mit der
revidierten deutschen Gemeindeordnung
wurde zugleich die nach englischem
Muster zweigeteilte Verwaltungsspitze
(Bürgermeister – Stadtdirektor)
endgültig verankert. Die nächste Neuwahl
des Stadtparlaments war am 17. Oktober
1948 und von da ab alle 4 Jahre.
Mit dem Inkrafttreten der revidierten
deutschen Gemeindeordnung erst war der
Zeitpunkt gekommen, von dem ab wirkliche
Aufbauarbeit geleistet werden konnte.
Hauptaufgabe war es, den Wiederaufbau
der teilzerstörten Stadt in Gang zu
bringen und vorwärts zu treiben. In
Burgsteinfurt waren 168 Häuser total
zerstört worden, 156 waren so schwer
getroffen, dass sie unbewohnbar waren,
und 310 teils mittelschwer, teils leicht
beschädigt. Zum Wiederaufbau mussten
Bebauungspläne aufgestellt und
Umlegungen vorgenommen werden. So z.B.
war dies für den Aufbau der Türkei und
der Straße An der Hohen Schule (erfolgte
schon 1946/47) notwendig, denn hier wäre
sonst eine Wiederbebauung nicht möglich
geworden. Teils waren die Grundstücke
noch nicht einmal 100 qm groß (das
kleinste 54 qm) oder das Vorder- und
Hinterhaus gehörte verschiedenen
Eigentümern. Es waren Grundstücke
auszuweisen, die eine geordnete Bebauung
ermöglichten. Nur weil die Betroffenen
einsichtig waren, ließ sich die Umlegung
auf freiwilliger Basis durchführen.
Diejenigen, die an alter Stelle nicht
wieder aufbauen konnten, wurden
ausgesiedelt.
Es durfte aber nicht nur an die
Wiederherstellung teilzerstörter Häuser
oder an den Wiederaufbau im Stadtzentrum
gedacht werden, denn damit war die
Wohnungsnot nicht zu beheben, auch nicht
bei engster Belegung des Wohnraums.
Vielmehr musste neuer Wohnraum
geschaffen werden, um so mehr, als mit
der Vertreibung der ostdeutschen
Bevölkerung 1946 und später die Stadt
eine erhebliche Anzahl Vertriebener (bis
Dezember 1947 waren es 1405) aufzunehmen
hatte, die teils zunächst in
Massenquartieren (Seminarturnhalle u.a.)
unterkamen.
Inzwischen hatte die Geldentwertung
eingesetzt. Tausch- und Schwarzhandel
machten sich immer stärker bemerkbar.
Für Geld war kaum noch etwas zu
bekommen. Trotz allem wuchs der Wille
nach Eigentum, der in 1949 durchsetzte,
die schon vor dem Kriege begonnene
Siedlung im heutigen Stadtteil Friedenau
fortzuführen. Zu dieser Zeit noch (etwa
ein Jahr nach der Währungsumstellung)
war das Geld knapp, Landesmittel flossen
nur spärlich. Vieles musste deshalb in
harter Eigenleistung organisiert und
gegenseitig abgestimmt getan werden.
Damit war der Anfang zur Gründung der
Siedlergemeinschaft gemacht. Die Stadt
erwarb das Baugelände vom Fürsten und
stellte es den Siedlern im Erbbauwege
zur Verfügung. Mit den ersten Bauten
konnte bereits Anfang 1949 begonnen
werden. Segensreich hat die
Siedlergemeinschaft unter ihrem
damaligen Vorsitzenden Dr. Tenrich,
ihrem Geschäftsführer Sallandt und mit
Unterstützung der Stadt und der Kreis-
und Stadtsparkasse gewirkt.
1952 gab die Siedlergemeinschaft die
weitere Betreuung an die Stadt ab, die
das Siedlungswerk fortsetzte. 1950 bis
1958 wurden 263 Häuser gebaut. Heute hat
sich die Siedlung zu einem Stadtteil
entwickelt, in dem rund 3200 Einwohner
leben. Die Stadt begnügte sich nicht nur
mit der Beschaffung des Geländes, der
Baureifmachung, der Betreuung der
Bauherren sowie der Geldbeschaffung,
sondern hat darüber hinaus durch
Erstellung eigener Häuser zur Behebung
der Wohnungsnot beigetragen.
Um eine unmittelbare Verbindung von
Altstadt und Siedlung zu haben, wurde
1956/57 ein Fußgängerüberweg über die
Bahngleise, der Bahnhof- und
Eichendorffstraße miteinander verband,
geschaffen. Damit ging ein schon lange
gehegter Wunsch in Erfüllung, zu dem die
Siedlergemeinschaft einen namhaften
Geldbetrag beisteuerte.
Nebenher gingen die Aufbauarbeiten im
Stadtzentrum weiter. Bis auf wenige
Grundstücke, die heute Grünanlagen sind,
konnte inzwischen auf allen
Trümmergrundstücken wieder aufgebaut
werden. Allein 108 Wohnhäuser, rund 40
Prozent des altstädtischen Wohnraums,
waren den Bomben zum Opfer gefallen. Das
Stadtbild hatte sich gegenüber früher
geändert. Das Baugebiet musste nicht nur
um den Stadtteil Friedenau, sondern auch
um Baugebiete, die nahezu rings um den
Stadtkern gelegen sind, beträchtlich
erweitert werden und wird sich, weil die
Wohnungsnot trotz weißen Kreises [Gebiet
mit Mietpreisregelung] noch immer nicht
als behoben angesehen werden kann,
wesentlich weiter ausdehnen müssen.
Mit dem Festhalten an der
althergebrachten Bauweise ist die
Wohnraumnot nicht zu beheben. Dafür
fehlt u.a. das erforderliche baureife
Gelände. Es wird zu einer
mehrgeschossigen und Reihenhausbauweise
übergegangen werden müssen. Das alles
aber bedingt eine vorausschauende
Planung. Teils noch konnte auf den 1934
erstellten Planunterlagen aufgebaut
werden. Aber schon 1947 wurde, weil sich
andere Aspekte abzeichneten, ein erster
Entwurf eines Flächennutzungsplans
gefertigt, der erst 1957 ausgereift war
und verabschiedet werden konnte. Daneben
blieb die Erstellung von Bebauungsplänen
nötig. An die Modernisierung der
Altbauten und die Altstadtsanierung wird
auch ernstlich herangegangen werden
müssen, wenngleich sich hier
insbesondere durch den Ausbau von
Dachgeschossen, Neugestaltung der
Hausfronten, Einbau von sanitären
Anlagen schon einiges getan hat.
Wasserleitung und Kanalisation hatten im
Kriege Schäden erlitten, die zunächst zu
beheben waren. Daneben war zur Schaffung
geordneter hygienischer Verhältnisse die
Netzerweiterung notwendig. Insbesondere
war, damit das benötigte Trink- und
Brauchwasser geliefert werden konnte,
1958 die Verlegung einer zweiten
Druckleitung erforderlich. Der
Wasserverbrauch stieg von Jahr zu Jahr.
Eine der Ursachen dafür ist die
Modernisierung unserer Haushalte. 1960
konnten ein Teil der Bauerschaft Hollich
und ebenso die Schule Sellen an das
Wasserleitungsnetz angeschlossen werden.
Hiermit einhergehen musste, weil die
Einleitung der Abwässer nach
mechanischer Vorklärung in die Aa nicht
länger hingenommen werden konnte, der
Bau einer Verregnungsanlage im Seller
Feld, die 1959 in Betrieb genommen
wurde.
Nachdem zunächst die an den Straßen und
Wegen entstandenen Kriegsschäden, denen
die Hochwasserkatastrophe im Februar
1947 neue Schäden hinzufügte, notdürftig
behoben waren, musste daran gegangen
werden, sie auszubauen. Hier war in der
Vor- und Kriegszeit vieles unterblieben.
Zuvor aber war 1956 die Aabrücke an der
Wasserstraße, die beim Überrollen durch
schwere Panzer arg gelitten hatte, zu
erneuern. Neue Straßen mussten vor allem
in den Neubaugebieten erstellt und im
Übrigen damit begonnen werden, die
Straßen dem ständig steigenden Verkehr
anzupassen. Dazu bedarf es nicht zuletzt
der Aufstellung eines
Generalverkehrsplanes. Dass daneben an
den Bau von Umgehungsstraßen zur
Entlastung des innerstädtischen Verkehrs
gedacht werden muss, sei hier nur am
Rande vermerkt. Nicht zuletzt auch
erforderte die steigende Motorisierung
unserer Landwirtschaft den Ausbau der
Wirtschaftswege in den Bauerschaften,
der aus Gründen der
Finanzierungsmöglichkeiten erst nach
1956 intensiv betrieben werden konnte.
Noch ist hier vieles nachzuholen.
Die Straßenbeleuchtung war während des
Krieges nahezu gänzlich ausgefallen.
Erhebliche Mittel waren nötig, um sie
zunächst wieder auf den Vorkriegsstand
zu bringen, dann auf die Neubaugebiete
auszudehnen und sie zu modernisieren.
Die Schulverhältnisse bereiteten nach
1945 dem Rat und der Verwaltung manches
Kopfzerbrechen. Es fehlte nicht nur an
Raum, es standen auch die Lehrkräfte
nicht zur Verfügung, ganz zu schweigen
von den Einrichtungsgegenständen und den
Lehrmitteln.
Das Gebäude der städtischen Realschule
war im März 1945 Opfer eines
Bombenangriffs. Sie nahm ihre Tätigkeit
im Oktober 1945 in vorübergehend
überlassenen Räumen des Gymnasiums
Arnoldinum wieder auf. Im Februar 1948
konnte sie das für ihre Zwecke umgebaute
ehemalige Rathaus an der Kirchstraße
beziehen. Die stete Zunahme der
Schülerinnen machte die Aufstellung
einer Baracke auf dem Schulhofe an der
Burgstraße erforderlich. Weil diese
Lösung nicht befriedigen konnte, bemühte
sich die Stadt um Räume im ehemaligen
Lehrerinnenseminar. Hier konnte die
Schule im Herbst 1955 einziehen, nachdem
das Gebäude zwischenzeitlich
teilumgebaut war. In der Folgezeit
musste, weil der Raumbedarf wuchs und
Nebenräume, u.a. eine Schulküche,
Physik- und Chemieräume fehlten, weiter
umgebaut werden. Im April 1959 konnte
der Realschule, die bis dahin eine reine
Mädchenschule war, der schon lange
entbehrte Jungenzug angegliedert werden.
Im September 1958 ging das
Seminargebäude durch Kauf in den Besitz
der Stadt über.
Das Gebäude der Bismarckschule war im
März 1945 so stark beschädigt worden,
dass der Unterricht zunächst ausfallen
musste. Auch war es ab Ende April 1945
für einige Zeit von Besatzungstruppen
belegt. Nach der Freigabe und
notdürftiger Behebung der Schäden konnte
der Unterricht in der Bismarckschule am
3. September 1945 wieder aufgenommen
werden. Die endgültige Wiederherrichtung
des Gebäudes zog sich noch bis in das
Jahr 1947 hin. 1955/56 entschloss der
Rat der Stadt sich zu einer völligen
Überholung und Modernisierung des
Schulgebäudes. Gleichzeitig erhielt die
Schule eine komplette Neuausstattung.
Das alte Mobiliar, das teils dürftig
repariert worden war, entsprach nicht
mehr den Erfordernissen. Auch erhielt
die Schule als erste eine Schulküche und
einen Mehrzweckraum.
Die katholische Volksschule, die
zunächst die Bismarckschule mitbenutzte,
konnte nach langwierigen Verhandlungen
ihre früheren Räume im Seminargebäude am
26. April 1946 wieder beziehen. Auch
hier war, weil die Räume durch die
Lazarettunterbringung stark mitgenommen
waren, eine Generalüberholung, aber auch
eine Erweiterung durch Hinzunahme von
Wohnraum notwendig, die sich bis 1962
hingezogen hat. Zugleich konnte ein
Mehrzweckraum für Jungen und ein
Handarbeitsraum für Mädchen eingerichtet
werden. Durch Umbau der alten
Seminarküche wurde 1961/62 eine
gemeinsame moderne Schulküche für die
Real- und katholische Volksschule
hergerichtet.
Auch an den Volksschulen in Hollich und
Sellen konnte der Unterricht erst am 3.
September 1945 wieder aufgenommen
werden. Zunächst fehlte es auch in
diesen beiden Schulen an allem. Es
vergingen etliche Jahre, bis sich die
Verhältnisse wieder einigermaßen
normalisiert hatten. Durch Unterstützung
der Elternschaft konnte 1962/63 auch an
der Sellener Schule unter Aufgabe einer
Lehrerwohnung eine Kleinküche und ein
Werkraum eingerichtet werden.
Die nach 1950 zunehmende Kinderzahl ließ
Schulraumnot aufkommen, die zu einer
Erweiterung der Schulgebäude oder zum
Neubau von Schulen zwang. Der Anfang
musste mit der Erstellung des ersten
Bauabschnitts der Graf-Ludwig-Schule
(Stadtteil Friedenau) 1956/58 gemacht
werden, denn an der Bismarckschule hatte
infolge Raumnot bereits
Schichtunterricht eingeführt werden
müssen. Zugleich wurde im Kellergeschoss
der Graf-Ludwig-Schule eine Schulküche,
ein Werkraum und ein Duschraum
eingebaut. Das Gelände wurde so groß
gewählt, dass auf ihm noch eine
Turnhalle errichtet werden kann. 1960/62
wurde in Hollich an Stelle des längst
abgängigen alten Schulgebäudes ein
Neubau mit zwei Klassen und Nebenraum (u.a.
Toiletten und Dusche) erstellt.
Gleichzeitig wurde das alte neuere
Schulgebäude Hollich umgebaut und durch
eine Pausenhalle mit dem Neubau
verbunden.
Erst 1961/63 konnte ein erster
Bauabschnitt der Willibrordschule
(Stadtteil Friedenau) erstellt werden.
Dadurch ergab sich die Möglichkeit der
Freimachung von Klassenraum der
Johannisschule im Seminargebäude, der so
dringend für die Erweiterung der
städtischen Realschule, der bei der
ständig steigenden Schülerzahl Klassen-
und Nebenraum fehlte, benötigt wurde.
Als letzte Schulbaumaßnahme ist 1964 mit
dem Anbau eines Klassenraumes und von
Nebenraum (u.a. Toiletten) an der Schule
in Sellen begonnen worden. Ob es
sinnvoll ist, nach der Neuordnung des
Schulwesens überhaupt noch ein- bzw.
zweiklassige Volksschulen auf dem Lande
bestehen zu lassen, sei dahingestellt.
Ostern 1964 konnte die seit Jahren
erstrebte Sonderschule für geistig
behinderte Kinder mit vorerst zwei
Klassen im städtischen Gebäude
Kirchstraße eingerichtet werden.
Das Gebäude des staatlichen Gymnasiums
entspricht seit längerem in keiner Weise
den schulischen Anforderungen. Die
Schülerzahl steigt von Jahr zu Jahr. Aus
Raummangel mussten Klassen in der
Landwirtschaftsschule und im städtischen
Gebäude Kirchstraße untergebracht
werden. Nach langen Verhandlungen hat
das Land Nordrhein-Westfalen erst jetzt
mit der Erstellung eines neuen
Gymnasialgebäudes begonnen.
Eine Bereicherung hat das Schulwesen in
Burgsteinfurt neben der Errichtung einer
neuzeitlichen Landwirtschaftsschule und
einer großzügigen Erweiterung der
Kreisberufsschule zu Beginn des Jahres
1963 durch die Errichtung einer
staatlichen Ingenieurschule für
Maschinenwesen erfahren. Sie wurde
vorerst behelfsmäßig in der ehemaligen
Tabakfabrik Rotmann untergebracht. Die
Erstellung eines modernen Schulgebäudes
ist geplant. Mit dem Baubeginn ist kaum
vor 1967 zu rechnen. Die Stadt hat es
sich einiges kosten lassen, das Institut
hierher zu bekommen. Wollte sie doch
damit die alte Tradition wieder wach
werden lassen, Sitz einer höheren
Bildungsstätte zu sein.
Kriegsereignisse hatte den
Bagno-Sportplatz, der nie ideal war, so
zugerichtet, dass er kaum noch als
Sportplatz angesehen werden konnte. Die
Instandsetzungsarbeiten, insbesondere
die Überschüttung des Spielfeldes mit
Kesselasche und die Überholung der
Drainage vermochten keine Besserung zu
erzielen und blieben Stückwerk. Seit
nahezu 15 Jahren bemühte die Stadt sich
um entsprechendes Gelände, damit es
möglich wurde, eine den heutigen
Anforderungen entsprechende Sportstätte
zu erstellen. Nach langen Verhandlungen
gelang es 1960, ein etwa 25.000 qm
großes Grundstück am Baumgarten vom
Fürsten zu pachten. Sofort setzte die
Planung ein und 1961 bereits konnte mit
den ersten Arbeiten (erhebliche
Bodenbewegung) begonnen werden. Sie
mussten mehr als ein Jahr unterbrochen
werden, damit die aufgetragenen
Bodenmassen sich genügend setzten. Die
Anlage besteht aus einem Rasenfeld mit
Laufbahnen und 2 Nebenplätzen, gedacht
als Trainings- und Faustballplatz, auf
dem auch andere Ballspiele ausgetragen
werden können. Für eine spätere
Erweiterung verbleibt noch Gelände.
Weil den Schulen (vom Gymnasium
abgesehen) Turnhallen fehlten (die
Seminarturnhalle kann als solche nicht
angesprochen werden), aber auch den
Sportvereinen die Möglichkeit zu
sportlicher, insbesondere
leichtathletischer Betätigung nicht
gegeben war, entschloss der Rat der
Stadt sich nach mehrfacher Verhandlung
1961 zum Bau einer Sporthalle auf dem
Baumgarten. Diese steht an den
Vormittagen vornehmlich der
Bismarckschule und den beiden Schulen in
Friedenau und in den Nachmittags- und
Abendstunden den Vereinen zur Verfügung.
Wie notwendig diese Halle war, zeigt die
tägliche Belegung. Wenn gerade der
Baumgarten als Standort gewählt wurde,
so deshalb, weil die Halle hier zentral
gelegen ist und in Verbindung mit der
Sportanlage ein geschlossenes
Sportzentrum entstehen kann, das auch
die Austragung von internationalen
Wettkampfspielen zulässt. Die Sporthalle
konnte Ende September 1962 ihrer
Bestimmung übergeben werden. Mit dieser
Sportstättenanlage dürfte eine
mustergültige, aber auch eine der
Kreisstadt würdige Anlage geschaffen
sein.
Burgsteinfurt erfreut sich seit 1932/33
eines recht ansprechenden Freibades.
Damit das Bad stets sauberes und klares
Wasser führt, wurde 1955 eine Umwälz-
oder Reinigungsanlage eingebaut; 1956
erhielten die Becken einen
Spezialanstrich, der dem Bad den letzten
Schliff verlieh. Wenn noch die
Umkleideräume und die Toiletten den
heutigen Erfordernissen entsprechend
hergerichtet werden, kann das Bad mit
Neuanlagen in den Nachbargemeinden wohl
konkurrieren.
Dass auch unsere Kleinen nicht vergessen
wurden, zeigten die an mehreren Stellen
in der Stadt 1957 angelegten
Spielplätze, die noch zu erweitern
wären. Davon zeugen aber auch die von
den beiden Kirchengemeinden u.a. mit
Unterstützung der Stadt 1957/58
erstellten Kindergärten im Stadtteil
Friedenau.
Wenngleich der rund 70 Jahre alte
städtische Schlachthof auch von
Kriegsschäden verschont blieb, so war,
weil er in keiner Weise mehr den
hygienischen Anforderungen entsprach,
doch eine umfangreiche Renovierung und
Modernisierung, insbesondere der Anbau
eines schon lange fehlenden Kühlhauses
erforderlich. Diese Arbeiten konnten in
1959/60 durchgeführt werden. An dieser
Stelle sei auch auf die Einführung des
städtischen Krankentransportes, die
Modernisierung des Feuerlöschwesens und
die Einführung der staubfreien
Müllabfuhr nach 1945 hingewiesen.
Die 1945 ausgebrannte Hohe Schule, die
bis dahin seit 1867 das Amtsgericht
beherbergte, ging, nachdem das Land
Nordrhein-Westfalen auf den Wiederaufbau
an dieser Stelle verzichtete, nach
langen Verhandlungen, die schon 1947
begonnen hatten, 1952 in den Besitz der
Stadt über. Dafür hatte die Stadt u.a.
ein entsprechendes Gelände an der
Garten-/Hohenzollernstraße bereit zu
stellen, auf dem 1963/64 ein neues
Amtsgerichtsgebäude errichtet wurde.
Weil der Stadt ein ihrer historischen
Bedeutung gemäßes Rathaus fehlte und die
Verwaltung im Hause Wasserstraße (heute
Volksbank) völlig unzureichend
untergebracht war, baute die Stadt auf
Initiative des Heimat- und
Verkehrsvereins 1954/58 die Hohe Schule
wieder auf und zu einem Rathaus um.
Dadurch, dass der Landeskonservator den
Wiederaufbau in der ursprünglichen Form
forderte und der hässliche Außenputz
entfernt wurde, hat das Gebäude sehr
gewonnen.
Damit wurde zugleich das 400 Jahre alte
Wahrzeichen Burgsteinfurts wieder
erstellt, das dem Stadtbild das Gepräge
gibt. Wenige Jahre vorher wurde an
Stelle der zerstörten Töchterschule das
sogenannte Behördenhaus An der Hohen
Schule errichtet. Die Gestaltung dieses
Baukörpers wurde maßgeblich vom Heimat-
und Verkehrsverein mit beeinflusst, dem
daran lag, gute Sichtverhältnisse auf
die Kleine Kirche zu erhalten. Dass auch
die rund 500 Jahre alte Kleine Kirche
(Stadtkirche) in alter Gestalt (nach
Entfernung des Außenputzes) wieder
hergestellt und sie an der Flintenstraße
den Blicken freigelegt sowie mit einer
Grünanlage versehen wurde, kann wohl als
eine Bereicherung des Stadtbildes
bezeichnet werden. Die Große Kirche, die
außen renoviert (die innere Erneuerung
wurde 1965 durchgeführt) und auch mit
einer Grünanlage versehen wurde, soll
hier nicht unerwähnt bleiben.
Dass an die Verschönerung des
Stadtbildes gedacht wurde, zeigen die
Grünanlagen an der Wasserstraße
(Irisgarten), der Bergstraße (Leerer
Straße, heute Neubau Flintermann) der
Leerer Straße und nicht zuletzt die in
der Umgestaltung begriffene ehemalige
Lehmgrube an der Bohlenstiege. Gerade in
Verbindung mit der Wasserfläche lässt
sich bei Anlegung auch von
Promenadenwegen hier ein ideales
Fleckchen erstellen, das zum Verweilen
einlädt.
Wenn die Stadt auch zu den
angesprochenen und anderen Maßnahmen,
für die mehr als 5 Millionen DM
aufzuwenden waren, namhafte Zuschüsse
erhalten hat, so hatte sie doch auch
selbst nicht unerheblich beizusteuern.
Aus Haushaltsmitteln war ihr das nur zu
einem kleinen Teile möglich. Sie musste
auf den Darlehnsweg ausweichen. Mit rund
2,5 Mill. DM hält sich die echte
Schuldsumme noch in erträglichem Rahmen.
Wenn bedacht wird, dass bei dem
erheblichen Nachholbedarf die Finanzlage
der Stadt stets angespannt war und die
Stadt Juni 1948 ebenso wie jeder Private
vor dem Nichts stand, darf wohl
behauptet werden, dass seit jener Zeit
Erstaunliches geleistet wurde und
geleistet werden konnte, weil sich die
Verantwortlichen ihrer Aufgabe bewusst
waren. |