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Der Heimatverein
Burgsteinfurt
besichtigt die Gerberei Vill in Horstmar.
Am Donnerstag, den 27.05.2010 findet im Rahmen des
Jahresprogramms des Heimatvereins Burgsteinfurt eine Radtour
zur Gerberei Vill in Horstmar statt. Elmar Vill hat sich
bereit erklärt, die Heimatfreunde aus Burgsteinfurt durch
seine Werkstatt zu führen, die Historie seines Berufsbildes
zu erklären und über einige interessante Details aus seinem
Berufsleben zu berichten.
Das Gerben von Häuten und Fellen ist ein sehr alter
Handwerksberuf. Lohgerber stellten meistens grobes fleckiges
Leder aus den Tierhäuten von Großvieh her, während die
Weißgerber aus den Fellen kleinerer Tiere weiches und
geschmeidigeres Leder machten.
Wem der Erfolg versagt bleibt, dem sind „die Felle
weggeschwommen“, ist eine heute noch gebräuchliche
Redensart. Sie stammt aus der Sprache der Gerber. Bevor
nämlich Leder gegerbt wurde, musste es an einem fließenden
Bach gewässert werden. Das war bequem, doch durch unerwartet
auftretendes Hochwasser konnten die Felle wegschwimmen, so
dass dann die Gerber das Nachsehen hatten.
Infolge des hohen Wasserbedarfs lagen die Gerbereien in
früheren Zeiten in der Nähe von Bächen und Flüssen. Da das
Wasser dieser Gewässer aber auch von der Vielzahl der
Menschen als Viehtränke, zum Kochen, Waschen und Bleichen
genutzt wurde, gerieten die Gerber wegen der
Verunreinigungen immer wieder in Interessenskonflikte. Zur
Beliebtheit dieser Berufsgruppe trug das nicht unbedingt
bei.
Auch im alten Burgsteinfurt waren immer wieder Gerbereien
nachzuweisen .Einer der letzten war der Weißgerber Franz
Böhlefahr vom Friedhof.
Treffpunkt zur Radtour ist um 14.45 Uhr der Baumgarten (vor
Lidl).
Nach etwa einer Stunde Fahrt (10 km) ist um 16 Uhr
die Besichtigung bei der Gerberei Vill, Horstmar,
Papenstrasse 3 angesetzt. Rückkehr ist gegen 18.15 Uhr
vorgesehen.
Wer nicht mit dem Rad fahren kann, könnte auch
mit dem PKW direkt zur Gerberei nachkommen (Treffpunkt dazu
ist auch der Baumgartenparkplatz um 15.30 Uhr).
Eine
Mitgliedschaft im Heimatverein ist keine Vorraussetzung zur
Teilnahme.
Auskünfte zu diesem Termin können bei Gottfried
Bercks, Tel. 5021 eingeholt werden. |