Heimatverein Burgsteinfurt e.V. 

 

Das Geheimnis um die Schwanenburg leicht gelüftet

 

Beim Alter der Schwanenburg 100 Jahre drauf gesetzt

 

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Bild 1 - Münstersche Zeitung am 06.02.2010

Wenn Sie ein größeres Foto sehen möchten, klicken Sie bitte einfach drauf - Anm. d. Red.

 

Bild 2 - Spannend schilderte Historiker Warnecke die bisherigen

Ergebnisse seiner Forschung um die Geschichte der Steinfurter Schwanenburg in Elte ...

 

Bild 3 -   ... den Heimatfreunden am Mittwochabend in der Niedermühle.

 

Bild 4 - Bei dieser Ruine handelt es sich offensichtlich um die Schwanenburg bei Elte etwa um 1650. Die Urkunde vom 27. Januar 1241 bestätigt, dass die Schwanenburg etwa 100 Jahre älter ist als bisher bekannt war. Das Original dieses Bildes vom holländischen Landschaftsmaler Jacob Ruisdael ist in einem Londoner Museum ausgestellt und zufällig von Günther Hilgemann entdeckt worden.

 

Bild 5 - Steinfurter Kreisblatt am 10.02.2010; Foto Hermann-Josef Pape

 

Burgsteinfurt. Die Geschichte der Steinfurter Schwanenburg ist 100 Jahre älter. Bei seinen Recherchen um die legendäre Schwanenburg in Elte fand Historiker Hans-Jürgen Warnecke im Fürstlichen Archiv Steinfurt den Beweis in der Urkunde 2/3 „Aussöhnung und Erbauseinandersetzung“ zwischen dem Edelherrn Ludolf von Steinfurt und Iburg und seinem Neffen Ludolf von Steinfurt aus dem Jahre 1241.

 

Dort heißt es: ..an diesem Teil der Ems, wo die Burg Steinfurt liegt“, folglich ist diese Bezeichnung die Schwanenburg. Verhandlungspartner an erster Stelle, so Warnecke, war Ludolf Bischof von Münster. „Damit haben wir einen urkundlichen Beweis, dass die Schwanenburg schon 100 Jahre vorher bestanden hat, als bisher bekannt war“, so Warnecke. Der Vertrag in urkundlicher Form wurde an neutraler Stelle in der Kirche zu Greven geschlossen. Spannend schilderte Historiker Warnecke die bisherigen Ergebnisse seiner Forschung um die Geschichte der Steinfurter Schwanenburg in Elte den Heimatfreunden am Mittwochabend in der Niedermühle.

 

Schon im 13. Jahrhundert besaßen die Edelherren von Steinfurt zahlreiche Güter und Höfe in den Bauerschaften um Rheine. Nachrichten über die Schwanenburg liegen von 1303 und 1343 vor.


Warnecke: „Die Burg Steinfurt und die Schwanenburg waren gleichwertig“. In einem Dokument von 1686 ist zu lesen, dass die Fischereirechte länger als 300 Jahre bei den Steinfurtern lag.


Unter anderem, war dies dem münsterischen Bischof ein Dorn im Auge. So kam es zur Fehde, in der der Fürstbischof Ludwig II. von Münster mit Hilfe des Grafen von der Mark die Schwanenburg 1343 völlig zerstörte, erklärte der Historiker.

 

Obwohl seit einiger Zeit drei mögliche Standorte in Fachkreisen genannt werden, kann zumindest festgehalten werden, dass in der Bauerschaft Heine in Elte, auf einer leichten Anhöhe hinter dem toten Flussarm der Ems die Schwanenburg gelegen war.

 

Doch es bleiben etliche Fragen, erklärte Hans-Jürgen Warnecke. Warum hat es auf diesem engen Raum nördlich von Altenberge so wenig Besitz des Bischofs von Münster gegeben und soviel Besitz von vielen Edelherren?

Warum durfte der Edelherr von Steinfurt bei den münsterländischen Landtagen sein Zelt  n e b e n  dem des Bischofs aufbauen? Das heißt, sie waren beide gleichrangig!

 

„Es hat mir einen großen Spaß bereitet, in Dokumenten zu suchen, die man bisher einfach nicht zur Kenntnis genommen hat“, erklärte der Historiker.

 

Bild 6 - Dieses Bild des holländischen Landschaftsmalers Jacob Ruisdael ist im Steinfurter Rathaus zu sehen und zeigt die Burg

Steinfurt etwa in der Mitte des 17. Jahrhunderts.

Auf ein Gemälde des holländischen Landschaftsmalers von Jacob Ruisdael ist Günther Hilgemann gestoßen (s. Bild 4).

 

Da das Werk keine Ortsbezeichnung trägt, kann mit Fantasie festgehalten werden, dass es sich mit der Ruine im Wasser um die Schwanenburg handelt. Im Jahre 1661 wehrte sich Gerd Wessling, Fischer zu Mesum, gegen den Vorwurf der Äbtissin zu Grafenhorst, er habe an der Schwanenburg einen Durchbruch gemacht, was er aber von sich wies. Der Durchbruch sei vom Hochwasser verursacht worden. Diese Urkunde ist ein Beweis dafür, so Warnecke, dass 1661 die Ruinen der Schwanenburg noch vorhanden waren.


Die Abbildungen auf dem Gemälde stimmen in mehreren Punkten mit den örtlichen Gegebenheiten bei Elte überein. Die Reste der Burg, im alten Emsarm von Schwänen umgeben. Im Hintergrund links könnte man sich vielleicht die Kirche von Mesum und in der Ferne rechts Rheine vorstellen. Ruisdael hat auf seiner Wanderschaft um 1650 zusammen mit Nicolaes Berchem öfters die Gegend um Bentheim, Burgsteinfurt und Schüttorf aufgesucht. Im Saal des Alten Rathaus hängt ein Bild von Ruisdael, das die Burg Steinfurt zeigt. Beide Bilder bereicherten den heimatgeschichtlichen Vortrag.
 

Bedauert wurde von den Heimatfreunden, dass die letzte Doktorarbeit über die Burgsteinfurter Geschichtsforschung im Jahre 1962 geschrieben wurde und sind gespannt auf weitere Forschungsergebnisse.

 

Der Vortrag des Heimatvereins Burgsteinfurt fand in Kooperation mit der VHS am Mittwochabend, den 10. Februar 2010 statt.


Ein weiterer Abend ist im nächsten Jahr mit dem Historiker Warnecke zum Thema „Kaiser Barbarossa und die Steinfurter“ geplant.

 

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Text: Hermann-Josef Pape

Fotos: Hermann-Josef Pape (Bild 2, 3 und 6); Günther Hilgemann (Bild 4)

Presseberichte:

Bild 1: Münstersche Zeitung am 06.02.2010

Bild 5: Steinfurter Kreisblatt am 10.02.2010; Foto Hermann-Josef Pape