Die Schnatgänge
Es ist ein alter Brauch, der aufgrund des Engagements des
Heimatvereins wieder aufleben soll.
In den ersten Wochen des
neuen Jahres möchten die Brauchtumspfleger die Schnat- oder
Grenzgänge wieder durchführen. Wer heute wissen will, wo die
Grenzen einzelner Orte verlaufen, braucht nur
Messtischblätter oder sonstige Katasterkarten zur Hand
nehmen.
Das war jedoch in früheren Jahrhunderten nicht so.
Da galt es die gedächtnismäßige Überlieferung des jeweiligen
Grenzverlaufs sicherzustellen. Das geschah durch regelmäßig
durchgeführte Schnatgänge, an denen sich Jung und Alt
beteiligten, um den Grenzverlauf möglichst allen Bürgern,
insbesondere auch der jüngeren Generation, einzuprägen.
Zusätzlich war dadurch gewährleistet, dass bei
Grenzstreitigkeiten immer ausreichend Zeugen für die eigene
Sache aufgeboten werden konnten.
Der Verlauf der Grenzen, seien es Jagd-, Marken- oder
Grafschaftsgrenzen, war durch natürliche Gegebenheiten wie
Wasserläufe, große Steine oder besonders gekennzeichnete
Bäume markiert; aber auch künstliche Grenzzeichen wie
Schnatsteine oder Schnatkuhlen waren damals schon üblich.
Bei diesen Kuhlen handelte es sich um Wasserlöcher, in
welchen ein Pfahl, der vorher im Feuer angekohlt wurde,
aufgestellt war. Sie hatten gegenüber den Grenzsteinen den
Vorteil, nicht so leicht verändert werden zu können.
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