|
Gesprächskreis für Geschichtsinteressierte.
Am kommenden Dienstag (30.11.) lädt der Heimatverein
Burgsteinfurt zu einem Gesprächskreis für
Geschichtsinteressierte ein. Unter Leitung von Hans Jürgen
Warnecke soll das Leben auf dem Lande in der Grafschaft
Steinfurt behandelt werden. Was war die Eigen(be)hörigkeit?
Wie wirkte sich das Verhältnis zum Grundherrn aus? Wie
selbständig oder wie unselbständig war die ländliche
Bevölkerung? Litten sie unter den einzelnen Abgaben und
unter den zu leistenden Hand- und Spanndiensten?
Darüber und vieles mehr wird man an dem Abend erfahren.
Was haben die Frei- und Wechselbriefe auf sich und was
geschah beim Erb- und Sterbfall?
Während über Burgmannen, Ritter und Grafen viel Informatives
niedergeschrieben ist, fällt es schon sehr schwer, sich über
das normale Bauernleben im Spätmittelalter schlau zu machen.
Hinweise sind den Brüchtenordnungen und Rentamtsrechnungen
zu entnehmen, die sich aber meist nur auf Einzelbeispiele
beschränken. Etwas mehr ist aus den Urteilen der Frei- und
Gogerichte oder bei den Holzgerichten, wenn es sich auf
Verfehlungen in den gemeinen Marken bezog, zu erfahren.
Dabei bedeutete es in rechtlicher Hinsicht allerdings ein
enormer Schnitt, als vom westfälischen Landrecht zum
römischen Recht umgestellt wurde. Damit waren natürlich die
Bauern auf dem Lande überfordert, insbesondere da dieses
neue Recht in Latein geschrieben war und dem Landrecht
einfach übergestülpt wurde.
Das Geschichtsgespräch findet im Stadtmuseum, An der Hohen
Schule statt und beginnt um 19 Uhr. Auch Nichtmitglieder
sind herzlich willkommen.
|