Heimatverein Burgsteinfurt e.V. 

 

Stadtmuseum Steinfurt

 

Vortrag von Dr. Andreas Eiynck:

 

"Ton, Töpfe, Scherben - ein Antiquitätenabend rund um das Thema Keramik"

 

am Dienstag, 16. November, um 19.00 Uhr im Stadtmuseum Burgsteinfurt

 

 

 

Auf vielen Bauernhöfen, in Kellern, Küchen und Vorratskammern findet man noch alte Keramiken, Porzellan und Vorratskrüge. Über die Herkunft

und Geschichte dieser Keramiken berichtet Dr. Andreas Eiynck. Eigene Keramiken können zur Begutachtung mitgebracht werden.

 

Was ist Keramik, was ist Steinzeug?

Am kommenden Dienstag (16. November 2010) wird der Heimatverein einen volkskundlichen Abend veranstalten, der sicherlich viele alte Stemmerter insbesondere aus den Bauerschaften interessieren wird. Er ist überschrieben mit „Ton, Töpfe, Scherben“ und soll ein Antiquitätenabend rings um das Thema Keramik werden. Er findet um 19 Uhr im Stadtmuseum, An der Hohen Schule statt.


Die Töpferkunst konnte sich naturgemäß nur dort entwickeln, wo der Boden die geeignete Tonerde hergab. Das war im Münsterland der Fall, wo in nachmittelalterlicher Zeit in Ochtrup, Lünen, Vreden, Stadtlohn und Telgte Töpferwerkstätten entstanden. Außer diesen gab es auch rund um Osnabrück einige Werkstätten. Sie alle stellten irdene Schüsseln, Näppkes, Kümpkes, Köppkes, Teller, Milchsetten usw. her.


Eine der bedeutendsten Produktionsstätten für Irdenware befand sich in Ochtrup, das über mehrere Jahrhunderte das Umland bis weit in das Emsland und die Niederlande hinein mit seinem Geschirr versorgte. Seine Töpferware ist nicht frei von niederrheinischen Einflüssen, das zeigt auch die Vorliebe für Reliefmodellierung und Bemalung. Die Ochtruper Pottbäcker lieferten außer irdenen Näpfen, sogenannten Knabbelkümpkes, Schüsseln, Töpfe, Teller, Ölkruken, Ölkännchen, Kacheln und Ochtruper Spielzeug (Nachtigall). Sie trugen selbst ihre Waren auf Rückenkiepen auf die Jahrmärkte der Umgebung.


Den ältesten Beleg für eine Töpferei in Ochtrup liefert uns ausgerechnet 1561 das Fürstliche Archiv, da zu der Zeit der Steinfurter Edelherr als Erbholzrichter der Brechter- und Wolder Mark über die Nutzung der Brechte durch Ochtruper Töpfer zu befinden hatte.


In vielen Haushalten befinden sich noch heute alte Krüge oder Kannen aus Großmutters Zeiten. Und wo gibt es nicht noch altes Porzellan, vom wertvollen „Alt-Meissen“ bis zu Sammeltassen aus den 50er Jahren? Dr. Andreas Eiynck, der Leiter des Emslandmuseums in Lingen, wird den Spuren der alten Stücke nachgehen. Wie kann man ihr Alter beurteilen? Wo wurden sie hergestellt? Wozu hat man die unterschiedlichen Formen früher genutzt? Und wie unterscheidet man Steinzeug, Steingut, Irdenware, Fayensen und Porzellan? Anhand von Stücken aus der Museumssammlung, aber auch anhand von Scherben und Bruchstücken aus archäologischen Funden wird Dr. Eiynck in die Geschichte der Keramik einführen. Das Besondere an dieser Abendveranstaltung ist, dass auch eigene Stücke zum Zwecke der Alters- und Herkunftsbestimmung mitgebracht werden können.
 

 
 

Text: Gottfried Bercks

Foto: Dr. Andreas Eiynck