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Was
ist Keramik, was ist Steinzeug?
Am kommenden Dienstag (16. November 2010) wird der
Heimatverein einen volkskundlichen Abend veranstalten, der
sicherlich viele alte Stemmerter insbesondere aus den
Bauerschaften interessieren wird. Er ist überschrieben mit
„Ton, Töpfe, Scherben“ und soll ein Antiquitätenabend rings
um das Thema Keramik werden. Er findet um 19 Uhr im
Stadtmuseum, An der Hohen Schule statt.
Die Töpferkunst konnte sich naturgemäß nur dort entwickeln,
wo der Boden die geeignete Tonerde hergab. Das war im
Münsterland der Fall, wo in nachmittelalterlicher Zeit in
Ochtrup, Lünen, Vreden, Stadtlohn und Telgte
Töpferwerkstätten entstanden. Außer diesen gab es auch rund
um Osnabrück einige Werkstätten. Sie alle stellten irdene
Schüsseln, Näppkes, Kümpkes, Köppkes, Teller, Milchsetten
usw. her.
Eine der bedeutendsten Produktionsstätten für Irdenware
befand sich in Ochtrup, das über mehrere Jahrhunderte das
Umland bis weit in das Emsland und die Niederlande hinein
mit seinem Geschirr versorgte. Seine Töpferware ist nicht
frei von niederrheinischen Einflüssen, das zeigt auch die
Vorliebe für Reliefmodellierung und Bemalung. Die Ochtruper
Pottbäcker lieferten außer irdenen Näpfen, sogenannten
Knabbelkümpkes, Schüsseln, Töpfe, Teller, Ölkruken,
Ölkännchen, Kacheln und Ochtruper Spielzeug (Nachtigall).
Sie trugen selbst ihre Waren auf Rückenkiepen auf die
Jahrmärkte der Umgebung.
Den ältesten Beleg für eine Töpferei in Ochtrup liefert uns
ausgerechnet 1561 das Fürstliche Archiv, da zu der Zeit der
Steinfurter Edelherr als Erbholzrichter der Brechter- und
Wolder Mark über die Nutzung der Brechte durch Ochtruper
Töpfer zu befinden hatte.
In vielen Haushalten befinden sich noch heute alte Krüge
oder Kannen aus Großmutters Zeiten. Und wo gibt es nicht
noch altes Porzellan, vom wertvollen „Alt-Meissen“ bis zu
Sammeltassen aus den 50er Jahren? Dr. Andreas Eiynck, der
Leiter des Emslandmuseums in Lingen, wird den Spuren der
alten Stücke nachgehen. Wie kann man ihr Alter beurteilen?
Wo wurden sie hergestellt? Wozu hat man die
unterschiedlichen Formen früher genutzt? Und wie
unterscheidet man Steinzeug, Steingut, Irdenware, Fayensen
und Porzellan? Anhand von Stücken aus der Museumssammlung,
aber auch anhand von Scherben und Bruchstücken aus
archäologischen Funden wird Dr. Eiynck in die Geschichte der
Keramik einführen. Das Besondere an dieser
Abendveranstaltung ist, dass auch eigene Stücke zum Zwecke
der Alters- und Herkunftsbestimmung mitgebracht werden
können.
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