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Alte Zimmerleute trafen sich im Stadtmuseum.
Der Zunftabend mit den Zimmerleuten in der engen und
heimeligen Atmosphäre des Stadtmuseums stellte sich als
geeigneter Rahmen dar, um von dem Beruf des Zimmermanns ein
wenig aus früheren Zeiten zu erfahren. Da stand noch das
handwerkliche Geschick, die besonders schwere Arbeit und der
12 Stundentag im Mittelpunkt, während der Zimmergeselle
heute das Programm der Abbundmaschine beherrschen muss. Der
Unterschied zwischen Schreinern und Zimmerleuten war, dass
der eine nur trockenes Holz verarbeitete und der andere viel
besser nasses Holz einschneiden und verzimmern konnte.
Hermann Lünnemann hatte im Namen des Heimatvereins in das
Thema eingeführt, in dem er auf die Vielzahl der alten
Fachwerkbauten in Burgsteinfurt mit teilweise sehr
aufwändigen Zimmermannskonstruktionen hinwies. Sehr
eindrucksvoll konnte er das an den im Stadtmuseum
ausgestellten Modellen belegen.
Nicht Richtfeste im heutigen Sinne, sondern Haushebungen, so
genannte Gebehochzeiten, waren bis Anfang des 20.
Jahrhunderts bei der ländlichen Bevölkerung der große Hit.
Allerdings beobachte die Obrigkeit diese Feste wegen der
möglichen Auswüchse sehr kritisch und untersagte oder
begrenzte sie.
Ohne Hebewerkzeuge wie Aufzüge und Kräne war das Richten
eine sehr schwierige, gefährliche und schwere Arbeit.
Besonders bei großen Bauernscheunen mussten 20 und mehr
Leute helfen, damit nach Tagesarbeit endlich der Richtkranz
aufgehängt werden konnte.
Manche Episoden wurden an dem Abend zum Besten gegeben. Und
es wurde deutlich, dass alle anwesenden Zimmerleute sich
gerne an ihre aktive Zeit erinnern. |